Schorfheide-Chorin

Kranichland mit weitem Horizont

Mit seinen sanften Hügeln und weiten Fluren umfasst das Biosphärenreservat 1.300 km² und zählt damit heute zu den größten (Binnen-)Schutzgebieten Deutschlands. Viele verschiedenste Insektenarten profitieren von der Vielfältigkeit der Landschaft, ganz besonders den Trocken- und Steppenrasen. Typisch für das Gebiet sind jedoch auch die vielen Kleingewässer und die bis zu 550 Kranich-Brutpaare.

Landwirtschaftsbetriebe für Insektenschutzmaßnahmen gesucht!

Mehrere Maßnahmen stehen zur Auswahl

Aus einem umfangreichen Katalog können vielfältige Maßnahmen ausgewählt werden, zum Beispiel Staffelmahd, die Anlage von Brachestreifen oder von mehrjährigen Blühflächen. Die beiden Projektmanagerinnen Heidi Lehmann und Hanna Rubenbauer garantieren zu den Maßnahmen eine fortwährende Begleitung auf den Flächen. Eine Finanzierung kann durch eigene Projektmittel, Vertragsnaturschutz oder andere Agrarförderprogramme erfolgen.

Anlage und Aufwertung von Wegsäumen

Bei der Anlage und Aufwertung von Säumen geht es darum, mehrjährige, möglichst fünf Meter breite und artenreiche Streifen an den Schlagrändern zu entwickeln. Besonders Säume an Acker- und Wegrändern sind wertvolle Lebensräume, die auch als Vernetzung zwischen verschiedenen Lebensräumen in der Landschaft dienen.

Belassen von Schonstreifen bei der Mahd oder Beweidung über den Winter

Dies ist die zweite Insektenschutzmaßnahme, für die speziell Landwirtschaftsbetriebe gesucht werden. Von August bis Juli werden Bereiche von der Nutzung ausgespart, zum Beispiel an Schlagrändern, Gräben oder auf Streifen innerhalb von Schlägen. In diesen Teilflächen können Insekten überwintern, ihre Eier ablegen und Deckung während der Nutzung finden.

Verwendung insektenfreundlicher Mähtechnik

Hier kommt es auf die Verwendung von Balkenmähern statt Trommelmähern oder Scheibenmähern an, sowie möglichst den Verzicht auf Absaug- oder Mulchgeräte oder Mähgut-Aufbereiter. Die Mahd mit dem Balkenmäher ist nachweislich insektenschonender.

Begleitforschung

Neben einer Teilnahme am Projekt werden insbesondere Landwirtinnen und Landwirte gesucht, die an einer der folgenden Maßnahmen interessiert und die darüber hinaus bereit sind, diese Maßnahme über drei Jahre hinweg durchzuführen und durch Insektenkundler untersuchen zu lassen.

Bei Interesse an einer Teilnahme oder bei Fragen zum Projekt können die beiden Projektmanagerinnen Heidi Lehmann und Hanna Rubenbauer gern kontaktiert werden:

Hanna Rubenbauer, Telefon: +49 30 311777-802, E-Mail: hanna.rubenbauer@wwf.de

Heidi Lehmann, Telefon: +49 30 311777-561, E-Mail: heidi.lehmann@wwf.de

Das macht das Reservat aus

Das Biosphärenreservat liegt nordöstlich von Berlin. Die Vielzahl an ausgewiesenen Schutzzonen zeigt die herausragende Bedeutung des Gebietes für die biologische Vielfalt. Hier leben große Bestände stark bedrohter und in Deutschland sehr seltener wildwachsender Pflanzenarten, wie zum Beispiel Sommeradonisröschen, Gelber Günsel, Ackerschwarzkümmel oder Lämmersalat.

Insekten

Über 2.100 Insektenarten kommen allein auf dem Rummelsberg, einer der markantesten Erhebung im Reservat vor. Weitere 714 Käferarten wurden im Grumsin, dem UNESCO Welterbe Buchenwald kartiert.

Wirtschaft

Wirtschaftlich haben ökologische Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Holzverarbeitung, Naturtourismus und regionales Handwerk die größte Bedeutung. Das gebietseigene Prüfzeichen „Schorfheide-Chorin“ zeichnet Betriebe aus, die im Einklang mit den Zielen des Biosphärenreservates arbeiten und sich für regionales und nachhaltiges Wirtschaften einsetzen. Die Nachfrage nach diesen Produkten schafft eine aktive nachhaltige Entwicklung der Region.

Schutzwürdige Landschaften

48 FFH-Gebiete mit 49.000 ha Fläche sowie 63.000 ha EU-Vogelschutzgebiet dokumentieren die herausragende Bedeutung des Gebietes für die biologische Vielfalt. Rund 76.700 ha besonders geschützte Flächen des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 befinden sich im Reservat.

Tierwelt

Draußen unterwegs trifft man See-, Fisch- und Schreiadler, Fischotter, Fledermäuse und Biber, Wolf und (neuerdings) Wildkatze. Besonders typisch sind die rund 550 Kranich-Brutpaare.

Fische und Reptilien

In den zahlreichen Seen und Fließgewässern schwimmen 34 Fischarten. Besonders an den – je nach Witterung – bis zu über 4.000 Kleingewässern kommen große Populationen von Rotbauchunke, Laubfrosch, Kammmolch und Ringelnatter sowie an einigen Stellen auch die europäische Sumpfschildkröte vor.

Zahlen und Fakten rund um das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

1.292 km² Fläche

1.292 km² Fläche

Das Reservat erstreckt sich über eine Fläche von 1292 km² und ist damit mit eines der größten (Binnen-) Biosphärenreservate in Deutschland.

25.000 ha Ökoland

25.000 ha Ökoland

Man findet hier die größte zusammenhängende Ökolandbauregion Deutschlands.

2.800 Insektenarten

2.800 Insektenarten

Über 2.700 Insektenarten konnten im Biosphärenreservat bisher erfasst werden.

1.335 Pflanzenarten

1.335 Pflanzenarten

Bisher wurden 1.335 Farn- und Blütenpflanzenarten nachgewiesen. Davon besitzen 427 Arten einen Gefährdungsgrad nach den Roten Listen.

Mehr Informationen zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Mehr Informationen zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Das stille, und noch vergleichsweise dünn besiedelte Land ist Lebensraum vieler, vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten, die ungestörte Lebensräume benötigen.

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Unsere WWF Managerinnen vor Ort

Hanna Rubenbauer

Über mich
Meine Ausbildung.
Warum ich mich für Insekten einsetze.

Ich bin eine der beiden Projektmanagerinnen vor Ort im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Ich habe einen Masterabschluss „Naturschutz & Biodiversitätsmanagement“. Ich schätze die Vielfältigkeit der Landschaft von Schorfheide Chorin sehr und lebe hier mittlerweile seit über 10 Jahren.

Heidi Lehman

Warum ich Insekten schütze
Das habe ich früher gemacht
Was soll die Zukunft bringen?

Weil ich durch den Schutz der Insekten auch alle Tiere, die mit Insekten in einer Nahrungskette verbunden sind, schütze. Das bedeutet im Endeffekt den Schutz der Natur und damit der Lebensgrundlage für uns als Ganzes.